Ich hab da mal ne Frage…

…mein Freund hat mir gestern die Frage aller Fragen gestellt: „Willst du meine Frau werden?“ und ich hab ja gesagt.

Nach der ganzen Aufregung und etliche Freudentränen später, hab ich mir natürlich die Frage gestellt, wer dann später am großen Tag meine Trauzeugin werden soll: die beste Freundin, die kleine Schwester meines zukünftigen, die Freundin, die seit Jahren wie eine kleine Schwester für mich ist?

Es ist zwar noch eine ganze Weile hin, aber ich frag trotzdem schon mal:

Schwesterherz, würdest du mir die Ehre erweisen, meine Trauzeugin zu werden? 

Schreib mir doch bitte deine Antwort :* (und dann später auch gerne hier drunter)

Caro.

~sie hat ja gesagt *o*

[Mara] Bart

Bart ist doof. Fängt irgendwann an zu wachsen, ist für alle sichtbar und selbst komplett rasiert noch zu erkennen. Verdecken geht nur schwer und den endgültig los zu werden dauert ewig und tut weh (wenn ich die Berichte anderer richtig deute).

Warum ist sowas nicht Opt-out? Warum gibts da noch nichts von Ratiopharm? Bart-Ex – und der Bart ist weg? Warum muss ich Angst haben, erst Hormone zu bekommen, wenn der Bartwuchs sich auf mein ganzes Gesicht ausgebreitet hat? Lange dauerts nicht mehr 🙁

/rant

Über Dinge, die man wissen, aber irgendwie nicht fragen möchte…

Es kommt mir schon ewig vor, seit ich erfahren habe, dass ich jetzt eine große Schwester habe, dabei sind es grade erst 3 Monate. Trotzdem ist es „normal“ geworden und gehört zu mir, immerhin wollte ich immer eine Schwester. Und ich liebe die Vorstellung, nicht mehr „alleine“ unter Brüdern zu sein. 

Doch manchmal, wenn ich allein bin und viel Zeit zum Nachdenken habe, kommen mir komische Fragen in den Kopf. Fragen wie:

Darf ich es Freunden von mir erzählen? Freunden, die meine Schwester noch als Mann kennen?

Darf es unser leiblicher Vater erfahren, zudem von ihrer Seite seit Jahren keinerlei Kontakt mehr besteht? 

Und wenn ja, wie werden all diese Personen reagieren? 

Ich hab manchmal schreckliche Angst, mich zu verplappern – und es ist manchmal wirklich nicht leicht, das zu verhindern. Zuhause ist sie meine Schwester, aber ‚offiziell‘ mein Bruder,  Mama weiß Bescheid, aber die Großeltern noch nicht, mein Mann steht hinter ihr, aber was sagen seine Eltern wohl dazu?

Ich hätte nie gedacht, dass man über ein Thema so unendlich viele Fragen stellen kann. Und es hört ja noch lange nicht auf:

Wann wird sie Hormone bekommen, um gänzlich Frau werden zu können?

Sind OPs geplant?

Wer bezahlt die Hormone? Kann sie sich das leisten? 

Und dann gibt es da noch diese „Mädchen-Fragen“, die mich zum Glück zum schmunzeln bringen:

Schminkt sie sich? Kann ich ihr da helfen?

Trägt sie jetzt Absatzschuhe?

Ist sie hübscher, als ihre kleine Schwester? 

…Ich könnte ewig so weiter machen, aber werde wohl keine Antworten bekommen – ich trau mich einfach nicht zu fragen, aus Angst, sie zu verletzen. 

Ich hab dich lieb, große Schwester <3

Caro. 

[Mara] Körpermerkmale

Frauen und Männer sehen unterschiedlich aus. Die einen haben Brüste, die anderen einen Penis. Die Kleidung ist natürlich darauf angepasst.

Wie bei Möbeln üblich, gibt es auch beim Körper Ersatzteile dazu – nur sind die bei Körpern leider schon vormontiert und fest verbaut. Die wieder loszuwerden ist nicht einfach und dauert lange.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich meine Ersatzteile loswerden möchte. Mit Beginn der Hormontherapie werden sie hoffentlich weniger nerven, bei mancher Kleidung aber vermutlich noch immer stören (Bikini z.B. – schwimmen wird schwer…).

Zum Glück ist es zumindest für trans Frauen leicht die fehlenden Teile dazu zu bekommen. Durch die Hormontherapie setzt unter anderem das Brustwachstum ein. Eine Körbchengröße A muss scheinbar erreicht werden, ansonsten übernimmt die Krankenkasse wohl andere Varianten der Vergrößerung. Genau weiß ich das aber noch nicht.

Oh happy day

… Endlich weiß es die Familie. Ich bin so glücklich, dass die Nachricht so gut aufgenommen wurde und echt stolz auf dich, große Schwester, dass du den Mut gefunden hast, es ‚öffentlich‘ zu machen!

Ich denke, von nun an steht dir nichts mehr im Wege!

Caro.

Stillschweigen bewahren…

…ist nicht immer leicht. Tatsächlich fällt es mir manchmal doch recht schwer, mich nicht zu „verplappern“. Gerade beim Telefonieren mit Mama, wenn das Gespräch auf „den großen Bruder“ kommt, würde ich gerne zu „große Schwester“ korrigieren. Aber ich habs bis jetzt geschafft, also schaffe ich es auch weiter – so lange, wie sie es eben für nötig hält.

Jetzt, da ich genauer darüber nachdenke, finde ich es auch irgendwie aufregend als einzige aus der Familie davon zu wissen – ich würde sogar sagen, dass ich mich geehrt fühle diese Geheimnis wahren zu dürfen. Danke für dein Vertrauen, große Schwester!

Nichts desto trotz hoffe ich aber, dass du es bald schaffst, Mama und „dem Rest“ der Familie meine große Schwester vorzustellen.

Und bis es soweit ist, schreibe ich hier. (Danach natürlich auch noch)

Caro.

Coming outs

So ein Coming out klingt immer nach etwas schwierigem und emotional belastendem.

Tatsächlich befreit es. Endlich kann Mensch sein, wer Mensch wirklich ist, zumindest zu den Menschen, zu denen man „out“ ist. Endlich kein verstecken mehr.

Mein erstes Coming out hatte ich vor 2 Personen. Vor SO – und im selben Moment – vor mir selbst. Es ist schwierig sich einzugestehen, dass Mensch anders ist. Es ist tatsächlich nicht leicht damit klar zu kommen. Schnell fallen Dinge wie „bin mir nicht sicher“ oder „erstmal ausprobieren“.

Zum CSD 3 Tage später (oder 4. Sowas in der Art.), bin ich dann weiblich gelesen raus gegangen. SO half mir dabei gut auszusehen und lieh mir Kleidung. Ursprünglich zum CSD das erste Mal, um im Zweifel sagen zu können es „sei nur Cross-Dressing gewesen“, fühlte ich mich noch beim CSD einfach nur wohl und hatte an dem Tag noch diverse Coming outs.

Bisher haben alle Menschen es sehr gut aufgefasst. Endgegner werden die Kollegen, Endgegner des aktuellen Levels der Rest der Familie, gerade meine Mutter.

Über gute und schlechte Nachrichten

…wenn man einen Blog schreibt, den aus der Familie aktuell niemand finden soll, sollte man die Seite auch schließen, wenn die „Gefahr“ besteht, dass ein Familienmitglied an den Laptop geht… Tut mir Leid Schwesterchen…

Die schlechte Nachricht also zuerst: mein Mann hat den Blog gesehen, eins und eins zusammen gezählt und weiß nun Bescheid. Wie gesagt, tut mir leid…

Nun zur guten Nachricht: er hat die Nachricht echt gut aufgenommen und überraschend positiv reagiert – nur die Umstellung von „er“ auf „sie“ fällt ihm noch schwer. Er hat mir schwören müssen, Stillschweigen zu bewahren, also dürfte das eigentlich kein Problem sein. Er sagt, dass er meine Schwester gerne unterstützt, wenn er kann.

Ich hoffe, das beruhigt dich etwas und du bist mir nicht allzu sauer große Schwester. Ich bin nunmal leider ein vergesslicher Schussel – echt gefährliche Mischung.

Wie dem auch sei, es gab, soweit ich weiß, bis jetzt nur positive Reaktionen und ich hoffe inständig, dass dich das bestärkt.

Ich denke, das Comingout vor der Familie dürfte dann auch keine Probleme geben, dem seh ich echt optimistisch entgegen. 🙂

Hab dich lieb, große Schwester!

Caro.